Wie gut die Zusammenarbeit von Jagdgenossenschaft, Waldbesitzern und Jägern funktionieren kann, das hat kürzlich eine Infoveranstaltung im Jagdrevier Buch am Buchrain gezeigt. Rund 40 Interessierte folgten der Einladung und nahmen an einem gemeinsamen Waldbegang teil.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine wild- und waldangepasste Jagd die natürliche Waldverjüngung im Klimawandel unterstützen kann. Vorgestellt wurde das seit Jahren erfolgreich umgesetzte Konzept von Jagdpächter Joseph Ostermaier sowie Waldeigentümer und Jäger Matthias Lex gemeinsam mit Jagdvorsteher Michael Rappold. Fachlich begleitet wurde die Veranstaltung vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ebersberg-Erding sowie von den örtlichen Waldbesitzervereinigungen.
Matthias Lex begann bereits vor rund 15 Jahren, seine Wälder schrittweise umzubauen. Durch gezielte Durchforstungen steuert er das Lichtangebot für die Naturverjüngung und stimmt Waldbau und Jagd eng aufeinander ab. Parallel dazu passte Joseph Ostermaier das Jagdkonzept an. Schwerpunkte sind der Verzicht auf Fütterung und Kirrung (das Anlocken von Wild mit Futter) sowie die Jagd vom festen Standpunkt/Hochsitz aus (Ansitzjagd).
Die Ergebnisse sind heute deutlich sichtbar - kräftige, flächige Naturverjüngung, deutlich weniger Verbissschäden und stabile Mischwälder. Während früher vor allem Fichte und Kiefer dominierten, wachsen inzwischen mehrere Baumarten wie Weißtanne, Rotbuche, Birke und Edellaubhölzer nach.
Die Entwicklung wird fachlich durch das Forstrevier Isen II des AELF Ebersberg-Erding begleitet. Reinhard Menzel, Behördenleiter des AELF Ebersberg-Erding, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Wir haben hier ein sehr positives Beispiel für ein gutes Miteinander aller Beteiligten gesehen. Es zeigt, was möglich ist, wenn Waldbesitzer wissen, was Jäger brauchen, und Jäger wissen, was Waldbesitzer benötigen.”
Auch Jagdvorstand Michael Rappold hob den gemeinschaftlichen Ansatz hervor: „Wald und Wild gehören zusammen. Nur wenn Jäger und Waldbesitzer gemeinsame Ziele verfolgen, lassen sich stabile und klimaresiliente Wälder entwickeln.” Aus Sicht der Waldbesitzer unterstrich Rainer Mehringer, Vorstand der Waldbesitzervereinigung Erding, die wirtschaftliche Relevanz: „Eine waldangepasste Jagd spart langfristig hohe Kosten für Pflanzung und Zäune. Gerade unter den Bedingungen des Klimawandels ist dieser Ansatz für unsere Waldbesitzer im Landkreis Erding unverzichtbar.”
Die Veranstaltung machte nach Angaben des AELF eines deutlich: Eine enge Abstimmung von Waldbau und Jagd ist ein entscheidender Schlüssel, um die Wälder in der Region nachhaltig zu sichern.