Veröffentlicht am 10.01.2026 11:28

Die Schäffler tanzen vom 6. Januar bis 17. Februar

Für die Schäffler und alle, die dazu gehören, haben am 6. Januar anstrengende, aber freudenvolle Zeiten begonnen.  (Foto: Robert Wess)
Für die Schäffler und alle, die dazu gehören, haben am 6. Januar anstrengende, aber freudenvolle Zeiten begonnen. (Foto: Robert Wess)
Für die Schäffler und alle, die dazu gehören, haben am 6. Januar anstrengende, aber freudenvolle Zeiten begonnen. (Foto: Robert Wess)
Für die Schäffler und alle, die dazu gehören, haben am 6. Januar anstrengende, aber freudenvolle Zeiten begonnen. (Foto: Robert Wess)
Für die Schäffler und alle, die dazu gehören, haben am 6. Januar anstrengende, aber freudenvolle Zeiten begonnen. (Foto: Robert Wess)

Kaum ein Verein kann auf so eine lange Tradition zurückblicken. Die Entstehung des Schäfflertanzes datiert auf das Jahr 1517. Der Grund für den Tanz war allerdings kein besonders fröhlicher. Nachdem die Pest schlimm gewütet und mehr als 15.000 Menschen in den Tod gerissen hatte, schlossen sich die Menschen zuhause ein, um sich vor Ansteckung und Krankheit zu schützen. Um das Leben wieder in Schwung zu bringen, beschlossen die Schäffler (die Fassmacher, Anm. der Red.) der Angst ein Ende zu bereiten und die Menschen wieder auf die Straße zu locken.

So studierten sie einen kunstvollen Tanz ein und zeigten diesen bei lauter Musik auf den Straßen. Angelockt von fröhlichen Klängen sollen die Menschen sich wieder auf die Straße getraut haben. Seitdem tanzen die Schäffler alle sieben Jahre, angefangen vom 6. Januar bis zum Faschingsdienstag.

Die erste Schäfflergruppe in Taufkirchen (Vils) wurde 1951 von der Karnevalsgesellschaft und der Vorstandschaft des TSV ins Leben gerufen. Der eigentliche Schäfflerturnus von 7 Jahren konnte allerdings nicht eingehalten werden und so folgten die nächsten Auftritte erst 1969.
1984 wurde der Grundstock für eine längere Tradition gelegt. Auf Initiative von Alois Sinseder wurde der Schäfflertanz durch die Freiwillige Feuerwehr Taufkirchen wiederbelebt. Die Aufführungen 1991, 1998, 2005, 2012 und 2019 machten die Taufkirchener Schäffler im weiten Umkreis bekannt.

Sieben Jahre sind nun wieder vergangen - und seit Mitte Oktober laufen die Proben bereits auf Hochtouren, damit die Schritte zu den sechs Figuren sitzen, wenn die Schäffler in die neue Tanzsaison starten. Am 11.Januar 2026 um 11 Uhr nach dem Gottesdienst kann die Bevölkerung am Rathausplatz den ersten Tanz bewundern. Für die über 30 Tänzer, Fasslbuam, Reifenschwinger, Fasslschlager, Kronenträger und Kasperl sowie die 10-köpfige Schäfflerkapelle beginnt damit eine kurze, aber anstrengende Saison 2026.

Getanzt wird in den darauffolgenden Wochenenden bis zum Faschingsdienstag, 17. Februar, an dem um 18 Uhr am Taufkirchener Rathaus der Schlusstanz stattfindet. Mit dem Geld, das die Schäffler einspielen, werden die Busfahrten, die Musiker und vor allem das G´wand der neuen Tänzer mit den roten Leibl, den schwarzen Hosen, weißen Strümpfen, braunen Lederschaber und die grüne Kopfbedeckung finanziert. Neben den regulären Auftritten, die von Privatpersonen, Nachbarschaften, Firmen usw. gebucht werden können, absolvieren die Taufkirchner Schäffler so genannte Ehrentänze, unter anderem in der Behindertenwerkstätte Erding, im Pflegeheim Algasing, Krankenhäusern, Kindergärten und Seniorenheimen.

Für Terminvereinbarungen und Informationen steht Bernhard Sinseder unter Tel. 0160/94455879 zur Verfügung. Zusätzliche Infos und die jeweiligen Auftrittstermine findet man auch unter www.schaeffler-taufkirchen.de. Die Vorfreude ist groß, bis sich die Schäffler mit ihren geschmückten Bögen wieder auf den Straßen und Plätzen zur Schäfflermelodie „Aber heid is´koid, aber heid is´koid“ drehen und die 5. Jahreszeit einläuten.

Die Tanzabfolge wird am Anfang wie Ende stets mit dem Bayrischen Defiliermarsch eingeläutet. Der Mittelteil besteht aus einer Vielzahl an Figuren, zu denen sich die Schäffler der Gruppe im Kreis drehen und kreative Formationen wie Laube, Kreuz, Schlange und Krone präsentieren. Die Tänzer tragen rote Jacke, grüne Schlegelkappe, weißen Westenlook und den typischen Lederschurz, dazu Pestschleife, Pestband und eine Schärpe mit Wappen. Chargen (Vortänzer, Reifenschwinger, Fähnrich) erkennt man an der zusätzlichen Silberborte sowie an ihren Zeptern in Stadt- oder Landesfarben. Die Kasperl treten im traditionellen Rautenkostüm auf und tragen die kleine „Gretl mit der Buttn“ am Gürtel – mit der schwarzen Schminke darunter schwärzen sie den Zuschauern die Nasen als Erinnerung an die Pest und als Glücksbringer.

Belege erst seit 1702

Seit Beginn des Brauchs eigentlich nur „echten“ Fassmachern vorbehalten, dürfen seit einigen Jahren auch Tänzer aus anderen Berufsgruppen teilnehmen. Denn die klassischen Handwerksberufe nehmen immer mehr ab und so fanden sich im Lauf der Zeit nicht mehr ausreichend Schäffler.

Die nächsten Auftritte

Hier findet man einige der Termine der Schäffler.

  • Sonntag, 11. Januar:
    11.00 Uhr Rathausplatz in Taufkirchen (Vils)
    12.00 Uhr bei der FFW Taufkirchen (Vils)
    16.00 Uhr beim Neujahrsempfang der Gemeinde Taufkirchen im Bürgerhaus
  • Samstag, 17. Januar:
    15.00 Uhr Dorfplatz Maria Thalheim
  • Sonntag, 18. Januar:
    10.00 Uhr evangel. Kirche Taufkirchen (Vils)
  • 11.00 Uhr am Rathausplatz in Pliening (LK Ebersberg)
    12.45 Uhr Jettenstetten
  • Mittwoch, 14. Januar:
    18.00 Uhr: Reitsberger Hof in Vaterstetten
  • Sonntag, 31. Januar:
    10.30 Uhr am Krankenhaus in Erding

Am Faschingsdienstag, 17. Februar, ist dann alles vorbei, dann hängen die Schäffler ihre Tanzschuhe wieder für sieben Jahre an den Nagel.

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