Omas Grundsätze aufleben lassen

Sobald die Genehmigung vorliegt fällt der erneute Startschuss für das Café Übrig. (Foto: Gero Engeser)
Sobald die Genehmigung vorliegt fällt der erneute Startschuss für das Café Übrig. (Foto: Gero Engeser)

In Deutschland landen zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich im Müll, der größte Teil in privaten Haushalten. "Foodsharing" will die Verschwendung von Ressourcen und die Umweltverschmutzung reduzieren.

Noch genießbare, aber unverkäufliche Lebensmittel sollen vor der Tonne bewahrt werden. Durch deren Weitergabe soll ein Bewusstsein entstehen, was noch essbar ist und nicht weggeworfen werden muss. Großmutters Grundsätze "anschauen, riechen und probieren vor der Entsorgung" sollen neu vermittelt werden.

Foodsharing will das durch Aufklärung und vor allem bei Verteilung von Lebensmitteln mit etwa unschöner Form, abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum oder braunen Flecken erreichen. Man will zeigen, dass diese Lebensmittel noch essbar sind und durchaus toll schmecken.

Wichtig ist es auch zu vermitteln, dass jeder, der kurz vor Geschäftsschluss noch volles Sortiment erwartet, dafür sorgt, dass vieles weggeworfen werden muss. Nicht nur die "bösen Supermärkte" produzieren also so viel Müll - jeder sollte auch sein eigenes Verhalten überdenken.

Einzigartig in Bayern: das Café Übrig

Carolin Stanzl ist schon seit langem engagierte foodsaverin in Freising. Nachdem das Thema aber noch nicht genügend in das Bewusstsein der Bevölkerung gelangt war, ist sie auch Mitinitiatorin des in Bayern einzigartigen Café Übrig. Hier soll ausschließlich auf den Tisch kommen, was sonst in den Müll gewandert wäre. "Das Café in Freising ist perfekt als ein Ort, wo auch mal Leute reinschauen, die noch überhaupt keine Berührungspunkte mit dem Thema hatten."

Nach einem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr wurden die Räume allerdings schnell zu klein. Für die neuen Räume warten die Ehrenamtler nun leider seit langem auf die Genehmigung der Nutzungsänderung, die nun aber hoffentlich in den nächsten Wochen erteilt werden soll. Einstweilen arbeitet man noch mit zahlreichen anderen Programmpunkten, kommuniziert über das Internet.

Danach soll es im Café Veranstaltungen, Kochkurse, Lesungen und vieles mehr geben. Zentrales Prinzip aber ist es, Lebensmittel entweder in den "Fairteiler" zu stellen oder sie kostenlos mitzunehmen. Die Speisen gibt es gratis, bei Getränken bestimmen die Gäste, was sie bezahlen wollen.

In den sozialen Medien ist der gemeinnützige Verein präsent und teilt Informationen, auf Instagram etwa unter "wirlassennixuebrig". Neue Mitstreiter und Unterstützer sind jederzeit herzlich willkommen.