Boden und Wasser werden knapp, aber immer mehr Menschen müssen ernährt werden – die Landwirtschaft braucht neue Wege, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Eine Idee ist das Vertical Farming: Pflanzen wachsen vollkontrolliert und geschichtet in Innenräumen. Wie das geht und was das für die Ernährungssicherung bringen kann, erklärt Prof. Senthold Asseng von der Technischen Universität München TUM.
Wasser, Nährstoffe, Licht und Zeit – von der Saat bis zur Ernte brauchen Pflanzen so einiges. Beim Anbau auf dem Feld kann nicht alles jederzeit erfüllt werden: Das Wetter, die Bodeneigenschaften und Krankheiten können das Wachstum und so auch die Ernte massiv beeinflussen. Was passiert, wenn alles bis zum einzelnen Lux, zum einzelnen Millimol kontrolliert werden kann?
Das lässt sich bereits heute in den Klimakammern der TUM in Dürnast beobachten. Hier forscht das Team von Prof. Senthold Asseng zu Vertical Farming: Weizen wächst in einer Nährstofflösung unter LED-Leuchten. Ganz ohne Sonnenlicht und Erde. Die Leuchten strahlen bis zu 20 Stunden am Tag, die Pflanzen wachsen so deutlich schneller und es sind fünf bis sechs Ernten pro Jahr möglich.
Senthold Asseng erforscht das Potenzial von Vertical Farming für die Ernährungssicherung. „Die künftige Agrarproduktion erfordert von uns völlig neue Ansätze“, sagt Senthold Asseng. Dabei geht es um mehr als nur die Menge: „Vertical Farming ermöglicht es, von eingespeisten Nährstoffen bis zur Qualität der geernteten Pflanzen alles genauestens zu steuern.“
Erfahren Sie im Vortrag, wie genau der Anbau unter Dach funktioniert, welche Vorteile es bietet und welche Herausforderungen es noch zu überwinden gilt.
Vortragstermin:
Dienstag, den 27. Januar 2026 um 19:00 Uhr Lindenkeller in Freising
Nach dem Vortrag sind alle Interessierten eingeladen, ihre Fragen an die Referentin zu stellen. Es moderiert die TUM-Professorin Sara Leonhardt.
Über den Referenten:
Das Forschungsgebiet von Prof. Asseng ist die Analyse von Atmosphäre-Pflanze-Boden-Systemen mithilfe von Simulationsmodellen. Seine Hauptforschungsbereiche umfassen die Auswirkungen von Klimavariabilität und Klimawandel, Nachhaltigkeit des Pflanzenanbaus und Welternährungssicherheit. Auch beschäftigt er sich zentral mit dem Einsatz von Systemanalysen und Pflanzenmodellen zur Unterstützung autonomer roboter-gestützter Anbausysteme im Feld und in einer vollständig umweltkontrollierten vertikalen Farm.
Prof. Asseng studierte Agrarwissenschaften, promovierte an der Humboldt-Universität Berlin und habilitierte an der Technischen Universität München. Er war Principal Research Scientist an der CSIRO in Australien. Er war ‚Full‘ Professor für Agrar- und Biotechnik an der Universität von Florida und Direktor des Florida Climate Institutes. Im Jahr 2020 wurde Prof. Asseng auf die Professur für Digital Agriculture berufen und ist seit 2021 Direktor des Hans Eisenmann-Forum für Agrarwissenschaften an der Technischen Universität München.